Zum Inhalt springen

Über uns

Warum es Kastellio gibt

Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen denken in Generationen. Bestände werden über sechzig, achtzig Jahre gehalten, Mitgliedschaften werden vererbt, Verantwortung endet nicht mit dem Quartalsbericht. Die Software, mit der dieser Bestand verwaltet wird, denkt in Exit-Horizonten.

Die Gespräche in dieser Branche klingen erstaunlich ähnlich. Die Buchhalterin erzählt, dass der Bankabgleich nur mit einer Hausbank automatisch läuft und der Rest von Hand kommt. Der Hausverwalter erzählt, dass er die Antwort auf eine Mietvertragsfrage in einem Ordner sucht, weil das System die Verträge zwar speichert, aber nicht durchsuchbar macht. Die Geschäftsführerin erzählt, dass sie beim Gedanken an einen Anbieterwechsel nicht an die Software denkt, sondern an die Migration — und deshalb bleibt.

Das letzte Argument ist das wichtigste. Wer nie wieder migrieren will, überspezifiziert beim Kauf und akzeptiert danach fast alles. Diese Angst lässt sich nicht wegargumentieren, aber sie lässt sich strukturell auflösen: durch eine Lizenz, die den Ausweg garantiert.

Dazu kommt eine zweite Beobachtung. Ein Wohnungsunternehmen mit dreitausend Einheiten beschäftigt Menschen damit, Post zu sortieren, Belege zu suchen und dieselben zwölf Mieterfragen zu beantworten. Das ist seit dreißig Jahren so, obwohl es seit zwei Jahren nicht mehr so sein müsste. Der Grund ist nicht Technik.

Deshalb ist Kastellio quelloffen und nicht bloß „offen dokumentiert". Die Community Edition erscheint unter AGPL-3.0. Wenn wir morgen verschwinden, haben Sie den Quellcode und eine gewöhnliche PostgreSQL-Datenbank — und können weiterbetreiben, forken oder jemanden beauftragen. Die stärkste Zusage, die ein Anbieter geben kann, ist nicht „wir bleiben", sondern „Sie brauchen uns nicht".

Bezahlt wird deshalb nicht für Funktionen, sondern für Betrieb: dafür, dass jemand das Backup einspielt, die Aktualisierung fährt und ans Telefon geht. Und für Dinge, die erst ab einer bestimmten Organisationsgröße gebraucht werden — Anmeldung über die Unternehmens-Identität, Mandantenverwaltung für Dienstleister, erweiterte Prüfberichte.

Und deshalb bauen wir auf Agenten, die Vorgänge erledigen, statt auf Assistenten, die Fragen beantworten. Wer an Nutzerlizenzen und Beratungstagen verdient, kann keine Software bauen, die Arbeit abschafft — sie würde den eigenen Umsatz abschaffen. Wir haben dieses Problem nicht. Was davon heute gebaut ist, steht auf der Funktionsseite, und es ist weniger, als dieser Absatz vermuten lässt.

Woran wir uns messen lassen

Nicht an einer Funktionsliste. An vier Dingen, die man nachprüfen kann.

  1. Richtige Zahlen

    Eine falsche Zahl in einer Betriebskostenabrechnung, die beim Mieter im Briefkasten landet, ist der Fehler, der ein System aus dem Haus wirft. Buchungen sind unveränderlich, jede Änderung ist nachvollziehbar, und der Prüfer findet, wonach er fragt. Und wo wir wissen, dass eine Zahl noch nicht stimmen kann, sagen wir es, statt zu hoffen — der Warmwasseranteil der Heizkosten ist ein solcher Fall und steht deshalb bei den Funktionen.

  2. Geschwindigkeit im Alltag

    Ein Sollstellungslauf, der achtzehn Minuten braucht, ist kein Detail — er strukturiert den Arbeitstag. Wir messen die Laufzeiten, veröffentlichen sie samt Vorbehalten und lassen Änderungen nicht durch, die sie verschlechtern.

  3. Ehrlichkeit über den Reifegrad

    Auf der Funktionsseite steht bei jeder Funktion, ob sie fertig, halb fertig oder nur geplant ist, und wo eine Einschränkung besteht, steht sie darunter. Wir verkaufen nichts, was noch ein Anforderungsdokument ist — und nichts, was noch ein Konzeptpapier ist.

  4. Erreichbarkeit

    Der häufigste Grund, warum Verwaltungen ihren Anbieter verlassen, ist nicht der Funktionsumfang, sondern der Support. Im Enterprise-Tarif gibt es eine benannte Ansprechperson statt einer Warteschlange.

Wo wir heute nicht mithalten

Der wichtigste Abschnitt dieser Website. Wenn Sie nach dem Lesen zu dem Schluss kommen, dass es für Sie zu früh ist, haben wir beide etwas gewonnen.

Die etablierten Systeme sind über Jahrzehnte gewachsen. Sie decken Sonderfälle ab, an die wir noch nicht gedacht haben. Ihr Partnernetz ist größer, ihre Support-Organisation ist größer, ihre Referenzliste ist länger — sie haben Tausende von Häusern, wir haben keines.

Uns fehlen ganze Bereiche, nicht nur Feinheiten. Es gibt keine Vermietung und keine Interessentenverwaltung, keine Genossenschaftsanteile und kein Mitgliederbuch, keine Anlagenbuchhaltung, keinen Wirtschaftsplan, keine E-Rechnung nach EN 16931 und kein Mieter- oder Mitgliederportal. Die Datenübernahme aus einem Altsystem reicht für Stammdaten und nicht für Konten und Salden. Die Bank ist nicht live angebunden. Der Warmwasseranteil der Heizkosten wird noch nicht so verteilt, wie die Heizkostenverordnung es verlangt. Und es gibt kein einziges Testat und keinen einzigen Kunden.

Wenn Sie ein System suchen, das ab morgen jeden denkbaren Fall abdeckt, sind Sie bei uns falsch. Wer heute mit seinem System zufrieden ist, hat keinen Grund zu wechseln, und wir haben keinen Grund, ihn davon überzeugen zu wollen.

Wenn Sie ein System suchen, aus dem Sie in zehn Jahren wieder herauskommen, und bereit sind, es mitzuprägen statt es fertig zu kaufen, dann reden Sie mit uns. Was wir versprechen, ist nicht, dass wir immer die Besten sind. Was wir versprechen, ist, dass Sie gehen können, wenn wir es nicht mehr sind.

Was wir nicht tun

  • Keine Agenten-Demos vor der Zeit. Zuerst belegbare Antworten auf Dokumente und Geschäftsdaten, mit Verweis auf die Quelle. Handelnde Agenten kommen, wenn sie den Alltag überstehen — nicht, weil eine Keynote sie verlangt. Und in der Buchhaltung zuletzt, nicht zuerst.
  • Kein Modulbaukasten. Sechzig Module, von denen eine Verwaltung mit achthundert Einheiten acht benutzt, sind kein Funktionsumfang, sondern eine Preisstruktur.
  • Keine Zahlen ohne Vorbehalte. Wo wir Laufzeiten nennen, nennen wir auch, unter welchen Bedingungen sie gemessen wurden und was nie gemessen wurde. Marktzahlen geben wir mit ihrer Quelle wieder und sagen dazu, dass wir sie nicht selbst erhoben haben.
  • Keine Termine ohne offenes Ticket. Ein Fahrplaneintrag, hinter dem keine öffentlich nachlesbare Arbeit steht, ist eine Absichtserklärung mit Datum. Wir schreiben Zeitfenster hin und keine Tage.
  • Keine Zertifikate, die wir nicht haben. Es gibt heute keine IDW-PS-880-Softwarebescheinigung, kein BSI-Grundschutz-Attest, keine ISO-27001-Zertifizierung, kein C5-Testat und kein testiertes GoBD-Gutachten. Steht dort später eines, dann ein echtes.
  • Keine Häme über den Wettbewerb. In einer Branche, in der sich alle kennen, kostet sie mehr, als sie bringt. Wir stellen eine Alternative hin und lassen andere darüber urteilen, was das über den Rest sagt.

Wer dahintersteht

Kastellio wird von [ Firmierung / Projektträger ergänzen ] entwickelt. Der Kern des Teams: [ Namen, Rollen und Werdegang ergänzen ].

Diese Angaben sind bewusst leer gelassen, bis sie stimmen — für Personen, Werdegänge und Firmierungen gilt hier derselbe Maßstab wie für den Funktionsumfang. Die vollständigen Anbieterangaben stehen im Impressum.

Wenn Sie eine Verwaltung führen und Lust haben, ein System im Alpha-Stadium mitzuprägen statt ein fertiges zu kaufen: sprechen Sie mit uns. Genau dafür ist dieser Zeitpunkt gut. Was uns dabei antreibt, steht im Manifest.

Migrieren müssen Sie ohnehin. Reden wir über den Weg.

Der Support für ein System, auf dem ein erheblicher Teil des deutschen Wohnungsbestands verwaltet wird, endet zum 31.12.2028. Wir sind heute nicht so weit, dass wir Ihnen diesen Wechsel abnehmen könnten — aber wir suchen die Häuser, die ihn mit uns vorbereiten. Wenn Sie zwischen 300 und 1.500 Wohneinheiten verwalten und bereit sind, ein System im Alpha-Stadium mit echten Daten zu erproben: schreiben Sie uns. Wir erzählen Ihnen ehrlich, was heute geht und was nicht.